Einstein Lectures 2026
Die diesjährige Vortragsreihe widmet sich der Welt der Zahlen und den überraschenden Verbindungen zwischen Mathematik, Geschichte und Kultur. Der Fields-Medaillist Manjul Bhargava führt das Publikum an drei Abenden von magischen Zahlen und Quadraten über jahrtausendealte mathematische Ideen bis zu aktuellen Fragen der Zahlentheorie und den Verbindungen von Mathematik, Poesie und Rhythmus:
Lecture 1: Montag, 19. Oktober 2026, 19.30 Uhr - 142'857: A Magical Number Everyone Should Know
Lecture 2: Dienstag, 20. Oktober 2026, 17.15 Uhr - Magic Squares, Cubes, and Hypercubes: From Ancient Origins to Recent Advances
Lecture 3: Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19.30 Uhr - Poetry, Drumming, and Mathematics: The Shared Creativity of Rhyme, Rhythm, and Reason
Manjul Bhargava
Manjul Bhargava gehört zu den führenden Mathematikern seiner Generation. Er ist R. Brandon Fradd Professor of Mathematics an der Princeton University und zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der modernen Zahlentheorie. Seine Forschung hat grundlegende neue Methoden in der Geometrie der Zahlen und der algebraischen Zahlentheorie hervorgebracht, mit bedeutenden Beiträgen zu höheren Kompositionsgesetzen, zur Verteilung von Zahlkörpern und zu elliptischen Kurven. Für die Entwicklung leistungsfähiger neuer Methoden in der Geometrie der Zahlen und deren Anwendung auf zentrale Probleme der Zahlentheorie erhielt er 2014 die Fields-Medaille – eine der höchsten Auszeichnungen in der Mathematik. Über seine Forschung hinaus hat Bhargava eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung des Bildungswesens in Indien übernommen: Er war Mitglied des Gremiums, das die indische National Education Policy 2020 entwickelte, und wirkt weiterhin auf nationaler Ebene an der Entwicklung von Lehrplänen und Unterrichtsmaterialien für Schulen mit. Seit Februar 2026 ist er der erste Präsident des National Museum of Mathematics (MoMath) in New York – Ausdruck seines aussergewöhnlichen Engagements dafür, Mathematik einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Lectures 2026
Lecture 1, Montag, 19.10.2026
142'857: A Magical Number Everyone Should Know
Wir werden die überraschende Magie erkunden, die sich in der Zahl 142,857 verbirgt. Diese Zahl besitzt eine ganze Reihe wahrhaft erstaunlicher Eigenschaften – einige davon vertraut, andere auf reizvolle Weise unerwartet – und liegt an der Schnittstelle von Zahlentheorie, Magie und Illusion. Wir werden diskutieren, warum diese Zahl so besonders ist, wie man weitere Zahlen dieser Art erzeugen kann und was es bedeutet, solche magischen Zahlen zu „klassifizieren“. Dabei gelangen wir bis an die Grenzen der heutigen Mathematik, wo diese Kuriositäten mit einem der grössten mathematischen Rätsel unserer Zeit in Verbindung stehen: der Riemannschen Vermutung.
Lecture 2, Dienstag, 20.10.2026
Magic Squares, Cubes, and Hypercubes: From Ancient Origins to Recent Advances
In eine Wand nahe dem Eingang des majestätischen Parshvanath-Jain-Tempels in Khajuraho, der um 960 n. Chr. erbaut wurde, ist ein magisches Quadrat der Grösse 4 × 4 mit bemerkenswerten arithmetischen Eigenschaften eingraviert. Wir werden erklären, warum dieses magische Quadrat – bis auf bestimmte Transformationen – das einzige seiner Art ist. Damit wird eine Frage beantwortet, die der legendäre Geometer H. S. M. Coxeter 1938 stellte. Ausserdem werden wir erklären, warum es in jeder Dimension genau ein entsprechendes magisches Objekt gibt.
Lecture 3, Mittwoch, 21.10.2026
Poetry, Drumming, and Mathematics: The Shared Creativity of Rhyme, Rhythm, and Reason
Mathematik durchdringt alle Naturwissenschaften, sie liegt aber auch einer Reihe von Gebieten der Geisteswissenschaften zugrunde. Zwei bedeutende Bereiche, die bis in die Antike zurückreichen, sind Linguistik und Musik. Tatsächlich haben viele moderne mathematische Methoden der Wahrscheinlichkeitstheorie und Kombinatorik sowie Methoden, die in unterschiedlichsten Technologien – etwa bei Weltraummissionen der NASA – Anwendung finden, ihren Ursprung in Problemen, mit denen sich Sprachwissenschaftler und Musiker bereits vor Jahrtausenden beschäftigten. Ein Blick auf einige dieser alten, poetischen Probleme – und auf ihre bemerkenswerten Lösungen im Laufe der Jahrhunderte – offenbart viel über die Natur menschlichen Denkens und die Ursprünge der Mathematik.
